Archiv für den Monat: Februar 2015

Der Master-Bestatter

Die europäische Bestatter-Innung möge mir bitte die Frage verzeihen.

Seid Ihr noch ganz dicht ??

Da lese ich doch in der Tagespresse, daß es jetzt einen Master-Studiengang für Bestatter gibt! Einen Master-Studiengang !  Das ist nach alter Lesart ein Dipl.-Ing. für’s Loch machen und Zuschippen!

Zugegeben, Ihr beratet auch noch in Sachen Feuer oder Erde und Kiefer oder Mahagoni und Seiden- oder Leinenkissen und dergleichen. Das macht ein Raumausstatter aber auch.

Wir sind uns darin einig, daß ein teurer Mahagonisarg dem Toten sicher länger gute Dienste bereitet, als so ein billiger Kieferdreck – vor allem, wenn man ihn gleich anschließend verbrennt. (soll ein kleiner Scherz sein) :-)
Könnt Ihr mir bitte sagen, was man für derartige Aufgaben studieren soll?

Wieso genügt da nicht mehr die Schreinerausbildung und die gelegentliche Begleitung des Meisters bei seinen einträglichen Bestattungsaufträgen? Das ging doch über Jahrhunderte gut! Ach so, ja, stimmt, die Särge und Urnen werden ja inzwischen zugekauft und kaum noch in der eigenen Werkstatt gefertigt. Aber das heißt doch eigentlich, daß der Bestatter der Gegenwart und Zukunft noch nicht einmal mehr ein Schreiner sein muß – oder ?
Sind denn die europäischen Gruben der Neuzeit anspruchsvoller als die der Vorzeit ?
Ist eine abgeschlossene Lehre nichts mehr wert ? Muß man heute alles studieren um etwas wert zu sein ?
Und dann noch die Entscheidung, daß diese „Studenten“ einen sechswöchigen Studienaufenthalt im Ausland absolvieren müssen – Glückwunsch!! Da lernt der junge Mensch dann in Spanien, wie so eine obererdige Bestattung funktioniert, die er bei uns gar nicht braucht – klasse!
Da stehste machtlos daneben und lachst dich tot. Oh, na dann wären wir ja wenigstens beim Thema.
Wann kommt der Bachelor-Studiengang im Speiseeis-Anrühren und der anschließende Master-Studiengang im Eisbecher-hübsch-Anrichten ?

Maschinenbauer, Mathematiker, Biologen, Chemiker, Raumfahrttechniker dieses Europa, wehrt Euch doch endlich gegen die derartige Verwässerung des Begriffes Studium. Ihr seid nichts mehr wert, wenn diesem Schwachsinn kein Einhalt geboten wird. Und Ihr, liebe Handwerker, entwickelt endlich wieder eine Berufsehre, die all diesen sogenannten Studenten klar macht, daß ein ordentlicher Lehrberuf allemal gleichwertig ist und keine derartig schwachsinnige begriffliche „Aufwertung“ benötigt.