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Der Master-Bestatter

Die europäische Bestatter-Innung möge mir bitte die Frage verzeihen.

Seid Ihr noch ganz dicht ??

Da lese ich doch in der Tagespresse, daß es jetzt einen Master-Studiengang für Bestatter gibt! Einen Master-Studiengang !  Das ist nach alter Lesart ein Dipl.-Ing. für’s Loch machen und Zuschippen!

Zugegeben, Ihr beratet auch noch in Sachen Feuer oder Erde und Kiefer oder Mahagoni und Seiden- oder Leinenkissen und dergleichen. Das macht ein Raumausstatter aber auch.

Wir sind uns darin einig, daß ein teurer Mahagonisarg dem Toten sicher länger gute Dienste bereitet, als so ein billiger Kieferdreck – vor allem, wenn man ihn gleich anschließend verbrennt. (soll ein kleiner Scherz sein) :-)
Könnt Ihr mir bitte sagen, was man für derartige Aufgaben studieren soll?

Wieso genügt da nicht mehr die Schreinerausbildung und die gelegentliche Begleitung des Meisters bei seinen einträglichen Bestattungsaufträgen? Das ging doch über Jahrhunderte gut! Ach so, ja, stimmt, die Särge und Urnen werden ja inzwischen zugekauft und kaum noch in der eigenen Werkstatt gefertigt. Aber das heißt doch eigentlich, daß der Bestatter der Gegenwart und Zukunft noch nicht einmal mehr ein Schreiner sein muß – oder ?
Sind denn die europäischen Gruben der Neuzeit anspruchsvoller als die der Vorzeit ?
Ist eine abgeschlossene Lehre nichts mehr wert ? Muß man heute alles studieren um etwas wert zu sein ?
Und dann noch die Entscheidung, daß diese „Studenten“ einen sechswöchigen Studienaufenthalt im Ausland absolvieren müssen – Glückwunsch!! Da lernt der junge Mensch dann in Spanien, wie so eine obererdige Bestattung funktioniert, die er bei uns gar nicht braucht – klasse!
Da stehste machtlos daneben und lachst dich tot. Oh, na dann wären wir ja wenigstens beim Thema.
Wann kommt der Bachelor-Studiengang im Speiseeis-Anrühren und der anschließende Master-Studiengang im Eisbecher-hübsch-Anrichten ?

Maschinenbauer, Mathematiker, Biologen, Chemiker, Raumfahrttechniker dieses Europa, wehrt Euch doch endlich gegen die derartige Verwässerung des Begriffes Studium. Ihr seid nichts mehr wert, wenn diesem Schwachsinn kein Einhalt geboten wird. Und Ihr, liebe Handwerker, entwickelt endlich wieder eine Berufsehre, die all diesen sogenannten Studenten klar macht, daß ein ordentlicher Lehrberuf allemal gleichwertig ist und keine derartig schwachsinnige begriffliche „Aufwertung“ benötigt.

Ist es der Geiz oder der Wettbewerb ?

 

Der Deutsche gibt zu wenig für seine Ernährung aus. Insgesamt im Durchschnitt ca. 15% seines Einkommens.

Der Deutsche ist zu geizig, sich seine Ernährung etwas kosten zu lassen.

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Glaubt da einer dran ?

Glaubt einer, daß das am Deutschen liegt ?

Ganz bestimmt liegt das am Deutschen – aber nicht am deutschen Verbraucher!

Allenthalben wird dem deutschen Verbraucher von deutschen Nahrungsmittel-Herstellern und ihren angegliederten Günstlingen in Politik und Presse suggeriert, daß er schuld an schlechten Lebensmitteln ist, weil er fürs Essen kein Geld auf den Ladentisch legen will.

Die Nahrungsmittelindustrie muß deshalb mit z.T. sehr zweifelhaften Methoden billige Nahrungsmittel produzieren. Daß dabei sowohl der Tierschutz, die Hygiene, die Umwelt oder gar die Gesundheit leidet, liegt damit natürlich an diesem Verbraucherverhalten.
Eine Kuh, die am Tag 60 Liter Milch produzieren soll, kann eben nicht mehr laufen. Das Euter ist viel zu Dick und damit ihren Beinen einfach im Wege. Und daß man ihr für diese Leistung helfen muß und ihr Antibiotika gibt, die dann in der Milch und dem Fleisch enthalten sind, ist doch nur zu normal.

Auch kann eine Sau, die 150 Kilo und 4 hinzugezüchtete Rippen mehr hat, eben nicht mehr gescheit stehen und so hält man sie lieber in Käfigen, die zu eng zum Umfallen sind.

Und glaubt tatsächlich einer, daß eine Hühnchenbrust, die an praktisch weggezüchteten Beinen hängt, noch alleine laufen kann ?

Tja, der Verbraucher, der elende Tierquäler!

Und daß der Verbraucher auch noch billiges Brot kaufen will, ist ein weiteres Grundübel. Das kriegt die Nahrungsmittelindustrie ja sowieso nur noch mit Gen-manipulierten Grundstoffen hin!

Glaubt das alles wirklich einer ?

Glauben die Nahrungsmittelhersteller wirklich, daß der Verbraucher blöde ist ? Glaubt die Politik tatsächlich alles, was ihr die Nahrungsmittel-Lobby erzählt ? Oder ist da Geld im Spiel ?

Fakt ist doch folgendes:
Es herrscht Verdrängungswettbewerb. Der früher vorhandene Markt, in dem sich der Verbraucher noch in einem funktionierenden Wettbewerb bewegen konnte, ist Dank nicht funktionierender Kartellbehörden, praktisch nicht mehr vorhanden. Es geht inzwischen darum, die letzten frei vagabundierenden Verbraucher zu binden und den direkten Wettbewerber in den Ruin oder in die Übernahme zu drängen. Und zwar über den Preis! Über sonst nix.

Die Qualität ist bei allen gleich. Es gibt doch nur noch ganz wenige Zulieferer. Wo sollte da der Qualitätsunterschied herkommen ? Die wenigen Hersteller, die sich abhebende Qualität bieten, können gar nicht in diesen Abnahmemengen und zu diesen Preisen herstellen, um diese Nahrungsmittel-Giganten zu bedienen.
Die Preisschlachten führen dazu, daß die Lieferanten immer mehr ausgepresst werden. Deren Reaktion ist dann diese tierverachtende Produktion von Fleisch, die Beschäftigung von Lohnsklaven aus dem Ausland, die Beimischung von „Abfall“ um die Fleisch-Liefermengen zu erhöhen und einen günstigen Preis garantieren zu können. Die Beispiele sind vielfältig. (Ich würde gerne eine TV-Sondersendung sehen, in der alle an den Fleischskandalen beteiligten Unternehmen einer Nachschau unterzogen werden.)

Der Supermarkt, der die Produkte ins Regal stellt ist von jeglicher Haftung freigestellt, weil erstens das Recht inzwischen auf seiner Seite ist und er ja schließlich vom Lieferanten eine ganz bestimmte Qualität gefordert hat. Ob er diese denn dann auch kontrolliert, ist eine ganz andere Sache. Im Zweifel muß die Lobby ja nur Einfluß auf die Politik nehmen, daß irgendwelche Grenzwerte verändert werden. Dann ist es auf einmal eben rechtens, daß Geflügelwurst auch Schwein enthalten darf! Dann paßt es schon wieder.

So, und glaubt jetzt tatsächlich einer, daß er ein besseres, reineres Produkt erhält, wenn er mehr zahlt ? Natürlich nicht! Er bekommt den gleichen Dreck – nur zu einem höheren Preis! Wo soll denn die andere Ware herkommen ? Der alte Dreck wird umdeklariert und schon hat sich das. Leider hat nicht jeder Zugang zu einem Bauernhof seines Vertrauens, wo er seine Produkte beziehen kann. Wir leben in einer Massengesellschaft.

Wir bekommen, übrigens unwidersprochen durch die Politik, täglich per Werbung suggeriert, daß die jeweils angebotenen Produkte ganz toll sind. Der Verbraucher kann das nur selten überprüfen. Es ist auch nicht seine Aufgabe in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Und zu seinem Schutze bezahlt er ja schließlich mit seinen Steuern ein ungeheures Heer an Spezialisten, die im Gesundheitsministerium und im Innenministerium und im Wirtschaftsministerium sitzen, um ihn vor unlauteren Praktiken zu schützen.
Der Verbraucher glaubt also völlig zu recht an seine Volksvertreter mit deren Apparaten und daß sie ihn vor Unbill schützen. Oder für was sind sie sonst da ?

So – und dann geht er, ausgestattet mit diesem Gott- bzw. Amtsvertrauen, zum Einkaufen. Dort hat er die Wahl zwischen verschiedenen, aber immerhin sehr ähnlichen Produkten, die nach seiner Kenntnis (s. Werbung) ganz toll sind und noch dazu von unseren Spezialisten für gut befunden wurden. Denn sonst dürften die doch bestimmt nicht verkauft werden. Und was macht er dann ? Er verhält sich wie ein Kaufmann oder zumindest wie ein in der sozialen Marktwirtschaft erzogener Mitbürger. Er wählt das Produkt aus, das ihm am besten gefällt und innerhalb dieser Kategorie das Billigste. Wohlgemerkt – er kann das Günstigste nicht vom Billigsten unterscheiden, weil ja angeblich alle Produkte in Ordnung sind und seine mit Steuern finanzierten Ämter ihn nicht gewarnt haben oder gar das Produkt verboten haben. Und da er seine Brille nicht dabei hat um die 4-Punktschrift in weiß auf grauem Hintergrund zu lesen und er auch während seiner Arbeit keine Zeit hatte nebenbei noch Chemie zu studieren, könnte er einen Unterschied zum Kaufzeitpunkt ohnehin nicht ausmachen.
Klipp und klar – er nimmt das billigste, weil es angeboten wird. Und weil es unbedenklich sein muß. Darauf vertraut er.
So – und wieso ist nun der Verbraucher ein Geizhals, wenn er sich doch nur so verhält, wie es rational ist ? DAS ist Marktwirtschaft. Und übrigens macht das der Hersteller des Produktes auch so. Glaubt irgendwer, daß der lieber teurer einkauft, wenn er gleichwertige Produkte zu unterschiedlichen Preisen angeboten bekommt ? Nur beschäftigt der Chemiefachkräfte, die ihn im günstigsten Fall vor Fehleinkäufen schützen.

Was nicht funktioniert sind die von uns bezahlten und vom Gesetzgeber eingesetzten Kontrollorgane!

Für was brauche ich diesen Apparat, wenn dann doch minderwertige Lebensmittel in die Märkte gelangen ?

Und am Ende macht man die Verbraucher dafür verantwortlich, daß die Profiteure den größten Profit machen wollen. Übrigens wird diese Mär auch noch von den Print- und TV-Medien kritiklos verbreitet! Glückwunsch zu so viel intelligentem Journalismus!

Der Staat muß draufhauen und gute Qualität durch ganz strenge Vorgaben und Kontrolle derselben durchsetzen. Und zwar SO, daß gute Qualität automatisch mehr kostet. Also umgekehrt. Erst den Aufwand für die Herstellung erhöhen und dann zu Recht mehr dafür verlangen. Denn – wenn wir einfach mehr zahlen, bleibt es beim Dreck und der Hersteller bestellt schon mal seinen neuen Porsche!

Pegida – eine von vielen Erklärungen

Pegida ist das Eine  –  daß da bald fünfzigtausend Unzufriedene auf der Straße sind, ist das Andere.

Der Bundes-Justizminister der Bundesrepublik Deutschland erklärt:

„die Pegida-Demonstranten sind eine Schande für Deutschland“

Man stelle sich das einmal vor!         Das sagt der Bundes-Justizminister!

Ich dachte, wenn man einen solchen Posten antritt, sollte man das Grundgesetz vorher wenigstens einmal durchgelesen haben. Da hilft es auch nicht, wenn man ein Jurastudium nachweisen kann. Man muß das schließlich auch noch verstehen, was man da studiert. Wenn man schon keine Ahnung von den Rechten der Bürger hat, sollte man wenigstens deren Nöte verstehen.

Von einem Minister, der es nötig hat in seinem Lebenslauf zu erwähnen, daß er ein Jahr bei Ford am Fließband gearbeitet hat, kann man das wohl auch nicht erwarten. Und hier könnten wir doch schon kurz bei einem Grundproblem verweilen, das Pegida als Nährboden dient.

Dieses Grundproblem ist das Blendwerk unserer Politiker.

Will uns Herr Maas tatsächlich weismachen, daß auch er, wie sein Vater, eigentlich ein Arbeiter ist, der weiß was die Arbeiterklasse umtreibt? Will er uns tatsächlich weismachen, daß er weiß, welchem Druck diese Leute am Fließband jeden Tag ausgesetzt sind und welche Sorgen sie haben ? Will er uns damit zeigen, daß er zu Recht in der SPD seine politische Heimat hat, weil er ja auch schon mal gearbeitet hat ?

Blödsinn!! Der hat ein Jahr überbrückt bis zum Studium und sonst nix!!

Er will uns damit weismachen, daß er kein reiner Politik-Karrierist ist. Das ist ein Witz.

Aber die Wurzel der Pegida ist hieraus abzuleiten.
Die politische Kaste glaubt, uns alle veräppeln zu können und glaubt dann auch noch, ihre MITBÜRGER beschimpfen zu können, wenn sie ihre Rechte auf Demonstrationsfreiheit wahrnehmen.

Man kann zu den Anfängen von Pegida sicher unterschiedlicher Meinung sein. Aber sicher ist inzwischen nicht mehr zu leugnen, daß sich unter diesem Dach größtenteils unzufriedene Menschen sammeln, die sich nicht länger veräppeln lassen wollen.

Ein weiteres Beispiel: Da kommt ein Herr Gabriel, seines Zeichens Vorsitzender einer großen deutschen Volkspartei, und verlangt, daß „….. die, die demonstrieren und keine Neonazis sind – die müssen sich auch von den Neonazis distanzieren.“

Schon wieder ist es passiert.
Die Bürger sollen sich distanzieren.
Da gehen fünfzigtausend Leute auf die Straße und sollen sich dann gegenseitig von den Teilnehmern distanzieren, deren Meinung sie nicht sind. Also so, wie sich unsere Politiker bei Treffen von teilnehmenden Verbrechern wie dem italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi oder dem israelischen Regierungschef Olmert oder Gaddafi oder Hussein oder, oder, oder distanziert haben ?? Macht Euch nicht lächerlich !

Die Leute gehen auf die Straße, weil sie ein Ventil brauchen und nicht, weil sie sich politisch korrekt verhalten wollen.

Wer von der Politikerklasse hat sich denn, bevor es modern wurde, von den Herren Filbinger, Carstens und Konsorten distanziert, die über den Status der „rechten Sympatisanten “ längst hinaus waren? Niemand! Mit denen wart Ihr nicht auf der Straße – mit denen habt Ihr gegessen, getrunken und gefeiert!

Nee Herr Gabriel, nicht nur in einem Fernsehinterview mal was rauslassen. Sich wirklich und dauerhaft, bis zur Lösung des Problemes, für Aufklärung und Abstellen der Sachverhalte einsetzen, ist gemeint.

Aber der Bürger, der soll sich erst mal schön distanzieren, bevor wir ihm zuhören.

Wo kämen wir denn hin, wenn der Bürger so ohne weiteres auf die Straße gehen kann, ohne daß wir Politiker einen Grund finden, der mit unserer Fehlleistung möglichst nichts zu tun hat.
Wir gehen dann anschließend wieder schön auf Staatskosten zum Italiener, saufen gemeinsam guten Wein und essen was feines und alles geht seinen gewohnten Gang.

Die Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte in einer Landtags-Debatte: „Wir brauchen eine klare Haltung dieser Organisation gegenüber. Und die müssen wir auch deutlich machen.“ Eine klare Distanzierung sei nötig, denn bei Pegida-Kundgebungen seien Neonazis und Rechtsextreme dabei.

Na und ? Die waren seit der Gründung der BRD sogar in allen Landtagen, Bundestagen und Verbänden dabei ! Hat es Euch da auch gestört ? Wo wart Ihr da? Oder seid Ihr Euren Genossen und Parteigängern gegenüber nicht so kritisch?

Oder habt Ihr vor denen nicht so eine Angst wie vor dem Normalbürger, dem Ihr übrigens Euer stattliches Einkommen zu verdanken habt.

Der von mir bislang sehr geschätzte Ministerpräsident von BW, Kretschmann, erklärt im Berliner Tagesspiegel (27. Dezember 2015): „Wir müssen mit ihnen reden und sie von etwas Besserem überzeugen.“ Dies gelte jedoch nicht für die Drahtzieher von Pegida, die die Vorurteile der Menschen für niedere politische Zwecke missbrauchten.

Hier bleibt erstens zu hinterfragen, was denn niedere politische Zwecke sind?
Ist das Kindesmißbrauch, Waffenlieferung, Mord oder ist das das Streben nach Macht um die eigenen politischen Ziele durchzusetzen ?
Wir können uns doch wohl ganz schnell einig werden, daß es die drei Erstgenannten nicht sind. Also bleibt noch das Streben nach Macht, das meines Wissens doch das Ziel aller politischen Parteien ist und wieso ist das bei einer Bürgerbewegung ein niederes und bei einer politischen Partei ein normales Ziel ??
Scheinbar sollte auch ein Herr Kretschmann mal überlegen, was er da von sich gibt.
Und zweitens – mal ganz ehrlich, der Normalbürger will nicht durch reden von etwas Besserem überzeugt werden. Diese Zeiten sind vorbei.

Er will Taten sehen.

Er will sehen, daß die von ihm Gewählten tatsächlich so rein und wahrhaftig sind, wie sie sich im Wahlkampf verkaufen.
Wenn sie dies nicht sind, dann sollen sie auch vor der Wahl dazu stehen. Schnell ist der Politiker eingeschnappt, wenn man von ihm eine absolut weiße Weste verlangt/erwartet. Oftmals wird dann bemüht, daß doch auch der Politiker nur ein Mensch sei.

Glaubt mir, es hat auch nie ein Bürger geglaubt, daß Ihr mehr als Menschen seid.

Das glaubt nur Ihr.

Aber dann tut wenigstens nicht auch noch so.
In dem Moment in dem Ihr dienstwagenberechtigt seid, glaubt Ihr doch tatsächlich, Ihr wärt mehr als der Wähler.
Aber der will sehen, daß die von ihm durch Wahl Beauftragten auch nach der Wahl SEINE Interessen vertreten und nicht die der Partei oder derer, die die Parteien finanzieren.

Es ist einfach heutzutage zu offensichtlich, daß der Bürger nur noch für das Wahlkreuz umworben wird. Darüber hinaus ist er der Trottel, der eine untergeordnete Rolle spielt. Wir, die Bürger wollen, daß erkennbar wird, daß dieses Land zum Wohle seiner Bürger regiert wird und das vermittels harten Arbeitseinsatzes derer, die sich dafür haben wählen lassen.

Mal ganz trivial – Ganz vorne fängt das bei den Wahlplakaten an, auf denen regelmäßig alte Bilder benutzt werden um Jugendlichkeit und Dynamik zu vermitteln.

Schon das ist Wahlbetrug !

Wie sollen Bürger darauf vertrauen, daß Ihr, liebe Politiker, uns vor Mogelpackungen schützt, wenn Ihr selbst kein Unrechtsempfinden für Mogelpackungen/-plakate habt ?

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn räumte in einer Talkrunde bei Günther Jauch ein, die Politik müsse die immer komplexer werdende Welt den Bürgern mehr erklären.

Nochmal. Glaubt nicht, daß der Bürger doof ist. Er will nichts erklärt bekommen.

Er versteht schon von alleine, daß die Banken zu seinen Lasten vor dem Bankrott gerettet wurden und nichts daraus gelernt haben.

Er versteht schon von alleine, daß sich Bausparkassen und Lebensversicherungen inzwischen aus ihren Verträgen herausstehlen können, ohne daß sich die Politik um ihn kümmert.

Er versteht schon von alleine, daß seine Nahrung inzwischen zu großen Teilen mit Gen-Manipuliertem Dreck durchsetzt ist, obwohl sich die Politik ehedem hingestellt hat und exakt dies absolut als nicht möglich bezeichnet hat.

Er versteht schon von alleine, daß der Telefon-Abhörskandal der NSA erst interessant wurde, als heraus kam, daß auch das Telefon der Kanzlerin abgehört wurde. Der Innenminister meinte sogar, daß ihm „diese Nachfragen auf den Senkel gingen“. Der Schutz der Bürger zählt nicht.

Er versteht schon von alleine, daß das, lieber Herr Spahn, was man dem Bürger glaubt erklären zu müssen ohnehin nicht des Politikers Überzeugung sondern die wiedergekäute Erklärung des Lobbyisten ist, da der Lobbyist derjenige ist, der den Politikern die immer komplexer werdende Welt nach seinem Gusto erklärt.

Er versteht schon von alleine, daß in den Landtagen und im Bundestag eine ganze Menge an Abgeordneten sitzt, die noch nicht einmal den Dunst einer Ahnung von dem haben, was sie dort abstimmen!

Wir wollen Taten sehen und wir wollen über die Ergebnisse, Erfolge UND Mißerfolge informiert werden. Auch das verkraften wir. Und wenn es irgendwann zu viele Mißerfolge sind, wählen wir neu und probieren es mit anderen Politikern.

Aber genau das ist es, was Ihr mit allen Mitteln verhindern wollt – und nur das.

Warum ? Vielleicht weil Ihr eben nur als Alibi ein Jahr bei Ford am Fließband rumgelungert und noch nicht einmal das Grundgesetz verstanden habt.

Und deshalb gibt es so viele bei Pegida.

Manager, Berater oder Beobachtungen aus der Wirtschaft

….er hat es so schwer, wie keiner seiner Vorgänger – der Manager der Neuzeit. Ich vermeide bewusst den Begriff Unternehmenslenker. Denn Manager sind viele und Unternehmen lenken nur wenige. Viele derer, die es sollten, lenken schon lange kein Unternehmen mehr. Sie managen eben. Sie haben keine Zeit mehr, eine eigene Unternehmensidentität zu entwickeln. Corporate Identity ja – aber Unternehmensidentität nein.

Die Frage, wo will ich morgen sein, was brauche ich dazu und wie komme ich wirklich dort hin, ohne das Übermorgen auf’s Spiel zu setzen? Das Bedenken der Risiken, die sich bei der Umsetzung ergeben können und das Einbeziehen der im Unternehmen vorhandenen Fachleute – das findet heute nicht mehr wirklich statt!

Man zieht Berater zu rate – die sind Ende 20 bis Ende 30 Jahre alt, mit vollwertigem Studium und haben 15 Jahre internationale Erfahrung, noch dazu im einschlägigen Geschäftsumfeld  😉

Ist nicht alleine das schon verdächtig??

Beherrscht werden die Alltage dadurch, daß unablässig irgendwelche „Berater“ den Managern zwingend umzusetzende Ideen implantieren, die dann natürlich von eben diesen Beratern gegen höchste Tagessätze in den Häusern realisiert werden sollen.
Lean Management, lean Banking, e-Banking, Six sigma, ISO 9000, process reengineering, continuous improvement. „Und die Japaner haben es schon erfolgreich umgesetzt.“
Allesamt doch sicherlich Maßnahmen, die mit hervorragender Durchschlagkraft die Situation der deutschen Unternehmen nachhaltig verbessert haben – oder?
Die Manager finden sich dann wieder in heute typischen Manager-Rollen. Sie sind Mitglieder oder besser noch Leiter von Projektgremien und Lenkungsausschüssen, in denen dann, DIN A 4 quer natürlich, von den Beratern auf 250 Seiten gezeigt wird, was auf 3 Seiten Prosa Platz hätte. Und für diese 250 Seiten Powerpoint-Folien braucht man dann immer noch einen Conferencier, der erklärt, was auf den Folien steht, denn konkrete Aussagen macht schon lange keiner mehr schriftlich. Und wenn man es in englisch vorträgt, fragt auch kaum einer nach.

Früher, als ein Berater noch ein Berater war, kam dieser ins Haus, weil ihn jemand gerufen hat, der einen Rat suchte.
Frage: Warum eigentlich kommt heute der Berater, ohne daß er gerufen wurde?
Antwort: Weil er da ist, der Besen;-)

Walle! Walle manche Strecke, daß zum Zwecke ... Ja, zu welchem Zwecke eigentlich?

Zu seinem Geschäftszwecke – ungefragt Ideen zu verkaufen.

Es stellt sich dann die Frage, wie viele gute Ideen es in einem begrenzten Zeitraum und in einem begrenzten geschäftlichen Umfeld gibt, die tatsächlich wesentliche, bleibende Veränderungen oder gar Wachstum und Rendite bringen?
Es schließt sich unweigerlich die Frage an, warum in den letzten Jahren die Berater immer mehr und bessere Ideen haben, als die von den Managern ausgewählten und für gut befundenen, eigenen Mitarbeiter oder Leitenden Angestellten?
Die Antwort auf beide Fragen ist folgende: Weil es inzwischen das Geschäftsmodell von ungerufenen Beratern ist, Ideen zu verkaufen. Nur wer Neues hat, kann auch Neues verkaufen. Das ist auch der Grund, warum binnen weniger Wochen eine sogenannte Berateridee sofort von den meisten anderen Beratern adaptiert und verkauft wird. Zumindest werden Segmente der „Neuen Idee“ oder Personal, das diese Neue Idee „schon mit Erfolg eingesetzt“ hat, angeboten. Alleine die Tatsache, daß nun jeder Berater überall die gleiche Lehre verbreitet, schafft in den Unternehmen eine Welle von Verunsicherung und kostenwirksamen Aktivitäten.

Und wenn die Menschheit als solche, zu der ja auch Berater gehören, nicht so viele gute Ideen hat, dann muß man eben so tun, als hätte man neue Ideen und verkauft den alten Wein in den neuen Schläuchen. Denn die neuen Manager wissen ja nicht, daß diese Idee schon vor 10 Jahren als mehr als unsinnig verworfen wurde – die sind ja neu und mit den neuen Tools sieht ja auch alles ganz anders aus.

Eine lange Zeit war es so, daß tatsächlich viele neue Ideen produziert werden konnten, es herrschte quasi ein Umsetzungsstau von Ideen, die sich aufgrund der Erfindung neuer Technologien ergaben. Es war die Gründerzeit von vielen Beratungsunternehmen.

Wie oft aber wird der Personalcomputer erfunden?

Jetzt muß man aber noch unterscheiden in Beratungsunternehmen und Unternehmen die sich Beratung nennen, aber, vornehmlich in der IT,  in Wirklichkeit nur Personal vermitteln.
Da aber die Vermittlung alleine zu großen Schwankungen unterliegt, springen die ab und an auch auf den Ideenzug auf. Man muß Markt eben generieren, wo keiner ist.
Zuvor muß man dem Kunden nur noch suggerieren, daß der Berater „den Markt“ besser kennt als der Kunde selbst, dessen Profession es aber doch ist, seinen Markt zu kennen.
Und zum Beweis bringt der Berater ja immerhin Statistiken und Studien mit und internationale Benchmarks und keiner fragt ihn so richtig, ob die Benchmarks denn brauchbar und valide sind – schließlich hat der Berater ja eine Dependance „auf der 5th“ und kann fließend englisch 😉
Auch hat der Berater Zugriff zu einer meist weltweiten Datenbank, in der alle Lösungen zu allen Problemen stehen (zumindest die Folie dazu). Und schließlich fließen die eigenen Daten nach Beratungsende in eben diese Datenbank ein.
Da man aber doch weiß, welchen un-Wert die bei einem selbst erhobenen Daten haben, kann es mit der Validität der weltweiten Datenbank doch nicht so weit her sein – oder? In der Mathematik macht Minus mal Minus = Plus. Das darf man aber bitte nicht mit Minus plus Minus verwechseln!!

Spätestens jetzt sollten wir wieder zurückfinden auf den Boden der Tatsachen, uns darauf konzentrieren, das Unternehmen zu lenken – natürlich unter Zuhilfenahme derer, die wir für Wert befunden und eingestellt haben.

Die haben wir ja nicht eingestellt, um ihnen am nächsten Tag sagen zu lassen, wie’s geht, sondern weil wir davon überzeugt sind, daß sie das selbst wissen. Wir haben sie gesucht und wir haben sie gefunden.

Warum suchen wir weiter?

Das ist ein extrem teures Unterfangen.

Manchmal beherrschen Mitarbeiter Dinge nicht, weil sie z. B. neu sind. Dann sollen sie es eben in der Zeit lernen, in der sie sich bisher mit Berater“ideen“ herumschlagen mußten – es bleibt immer noch Zeit übrig.

Was passiert dann ?

Ein Großteil der Beratungsfirmen entwickelt noch eine ganze Zeit „Ideen“, und macht dann dicht.
Das ist Marktwirtschaft. Wo keine Nachfrage, da kein Profit.

Und wenn sich dann einer der Ex-Berater bei uns um eine Anstellung bewirbt, können wir in seinen Bewerbungsunterlagen lesen und sehen, was er wirklich an Erfahrung aufzuweisen hat.

Und wir konzentrieren uns wieder darauf, das Unternehmen zu lenken. Das geht dann sogar wieder etwas gemütlicher und mit Muße zur Qualität und Gründlichkeit, weil man sich mit seinem eigenen Geschäftszweck und nicht mit der Erfüllung des Geschäftszweckes eines anderen Unternehmens auseinandersetzt. Man spart Millionen, die nicht mehr ausgegeben werden, um die Angestellten Dritter zu bezahlen. Man spart Millionen, die nicht mehr aufgewendet werden müssen um Büroraum und technisches Equipment für Angestellte Dritter vorzuhalten.
Die Mitarbeiter entwickeln wieder ein eigenes Selbstbewußtsein – der Weg zur Unternehmensidentität ist bereitet.
Man kann wieder eigene Ideen entwickeln und sogar eigene Fragen generieren, die man, wenn nicht lösbar, dann wieder einem Berater stellen kann.

Dann liegt das Gesetz des Handelns wieder bei den verantwortlichen Unternehmenslenkern. Und es zeigt sich wieder, wer ein guter Geschäftsmann (nicht Manager) ist.
Heute versteckt man sich zu sehr hinter Beratern die nachweislich nicht besser sind als man selbst – es sei denn, man ist nicht gut.

 

In die Ecke, Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.
J.W. v. Goethe

 

Volker Lösch

Bildungswesen, Pisa und die Angst vor dem Konflikt

….das Jahr neigt sich zum Ende, in den Schulen ist praktisch Halbzeit und die nächste Versetzungswelle wirft ihre Schatten voraus. Man kann sie eigentlich schon wieder hören – die Gymnasial-Verantwortlichen. Landläufig erschallt das Wehklagen der Gymnasien ob des An­sturmes von zusätzlichen Schülern aus den neuen Jahrgängen. Die Masse kann kaum aufgenommen werden und die Eltern der nicht aufgenommenen Schüler laufen Sturm ob dieser miserablen Schulpolitik.

Wie kommt das eigentlich, dass wir so viel „gymnasialfähigen“ Nachwuchs haben? Wo doch allenthalben konstatiert wird, dass das Bildungssystem der Republik im Argen liegt, wo doch wohlbekannte Studien aussagen, daß unser Nachwuchs eigentlich –im Vergleich zu anderen Ländern- eher verblödet ist, als gut gebildet? Wo wir alle doch tagtäglich feststellen müssen, daß die heutigen Schulabgänger oft ohne Taschenrechner nicht einmal drei Zahlen addieren können.

Lehrern aller Schulstufen wird vorgehal­ten, dass sie ihrem Bildungsauftrag nicht nachkommen, dass den Schülern nicht ge­nügend Lehrstoff vermittelt wird. Die Leh­rer wehren sich mit Seminaren, wo sie ler­nen, wie man Wissen vermittelt und erklä­ren sich z. B. über gekürzte Bildungs­etats und Fehlsteuerung „aus dem Ministerium“. Sie erklären sich also mit konflikt­freien Sachverhalten. Konfliktfrei deshalb, weil ja jeder versteht, dass ein minder aus­gebildeter Lehrer nichts dafür kann. Kon­fliktfrei auch deshalb, weil ja jeder ver­steht, dass ein Lehrer nicht schuld ist, wenn die Budgets gekürzt werden und Planstellen nicht besetzt werden – das ist Politik.

Dass es aber auch andere Ursachen für dieses Phänomen gibt, die aber nur unter Akzeptanz von Konflikten geheilt werden können, wird geflissentlich unterschlagen.
Wieso eigentlich geht man diesen Kon­flikten aus dem Weg? Doch nicht deshalb, weil heute Jahrgänge Lehrer und Schulleiter sind, die in den 70er Jahren konfliktscheu, im Sog der antiautoritären Welle, erzogen wurden?

Lassen Sie uns diese Konflikte doch ein­mal gemeinsam betrachten.

Vor 40 Jahren gab es Sonderschüler, Hauptschüler, Mittelschüler und Gymnasiasten. Dann stellte der Mensch fest, dass der Nachbarssohn beim Kampf um den Ausbildungsplatz bei der Versicherung schneller akzeptiert wurde, weil er Abitur hatte. Der Eigene hatte nur Mittelschulausbildung und musste deshalb einen Sonder-Aufnahmetest bestehen.
Jetzt stellt der Mensch die Weichen. Der zweite Spross der Familie muss auf jeden Fall aufs Gymnasium – man hat ja ver­standen wie’s funktioniert und will ja nur sein Bestes. Der Lehrer empfiehlt, das nicht zu tun, wegen der schlechten Leis­tungen. Der Mensch besteht darauf – er will ja nur sein Bestes.

Der Gymnasialrektor steht nun vor einem anderen Problem. Er hat eine ganze Menge derartiger Schlechtleister, die er eigentlich nach Hause schicken müsste. Zunächst behält er sie, weil damit seine Schule und seine Macht wächst und spä­ter behält er sie, da sonst seine Statistik derer, die in seiner Schule nicht zur Reife geführt wurden, schlecht ausfällt. „Andere machen das ja auch so“.

Der Leistungsstandard in den Gymnasien fällt rapide, weil ja die „wirklichen“ Gymna­siasten auf das Niveau der „Eigentlich-Mittelschüler“ heruntergezogen werden müssen.
Der Mensch sieht keine Veranlassung ein­zuschreiten oder seinem Spross zusätzliche Bildung zukommen zu lassen, „weil, es läuft doch gut, der Bub schreibt immer Ar­beiten im Schnitt.“

Der nächste Nachbar sieht, „dass SOGAR DER das Gymnasium schafft“ und verlangt natürlich auch, dass sein Sohn aufgenom­men wird. Und der Kreislauf der verblödeten Gesellschaft, der vorerst bei der PISA-Studie endet, beginnt.

Und weil immer mehr Menschen glauben, dass ihre Kinder das NIVEAU haben, auf dem Gymnasium zu bestehen, haben sie keine Veranlassung, ihren Kindern auf die Füße zu treten, aufdass sie mehr leis­ten. Keine Veranlassung, ihren Kindern Anstand anzuerziehen, „wo der mit seinem Benehmen doch sogar auf dem Gymnasium besteht!!!“
Und am Ende haben sie sich sogar daran gewöhnt, dass sie sich um ihre Brut ei­gentlich nicht mehr zu kümmern brau­chen, wenn sie erst mal auf dem Gym­nasium ist, denn diese Brut hat ja jetzt schon mehr erreicht als man selbst – und sie tun’s auch nicht.

Dass das herabgesetzte Niveau schuld daran ist, dass alle es „schaffen“, interessiert dabei nicht wirklich.

Wer ist denn nun schuld an dieser Misere? Die Lehrer, die Eltern oder ist es gar der Staat?
Der Staat ganz gewiss nicht, denn der ist nur die Summe aller Beteiligten.
Die Lehrer sind’s und die Eltern. Die Einen sind zu konfliktscheu, den Eltern klipp und klar zu sagen, dass der Schüler nicht auf das Gymnasium gehört, weil er erstens nicht das Potential hat und sich zweitens nicht benehmen kann. Die Anderen sind nicht willens einzugestehen, dass ihr Kind nun mal ein klassischer Haupt- oder Mit­telschüler ist – was doch bei Gott keine Schande ist!
Denn – verlieren wir den Mittelschüler, verliert die Gesellschaft einen wichtigen Grundstock und die Hauptschüler verkommen zum Ausschuss.

Blieben Schüler, die heute zu unrecht auf das Gymnasium geschickt werden, in der Mittelschule und die dort zu unrecht auf­genommenen Schüler in der Hauptschule, dann hätten alle Schulformen einen we­sentlichen Vorteil davon. In allen Schul­formen stiege das Niveau abrupt an. Der Hauptschüler würde wieder zum Grund­stock für das Handwerk. Der Mittelschüler würde wieder vorbereitet für kaufmänni­sche Berufe und der Gymnasiast würde derjenige sein, der zu recht um einen Studienplatz ansteht.

Jetzt hört der Autor schon die Ausrufe „Diskriminierung des Handwerks“!!!!!

Blödsinn – wer will uns weismachen, dass man zum Löten von Kupferleitungen Abitur haben muss? Derjenige sollte uns lieber klar machen, dass man dazu eine heraus­ragende technische und praktische Intelli­genz braucht, die so mancher Abiturient oder geistige Überflieger eben nicht hat. Was hat man nicht schon Professoren gesehen, die nicht in der Lage sind, eine Glühbirne zu wechseln ?
Darum geht’s – jeder an seinem Platz und zwar als bester. Dann haben auch unsere Universitäten wieder eine Chance mit gut ausgebildeten Studenten zu forschen und schnellere, bessere Studienabschlüsse zu machen. Dann haben die Lehrer in den Schulen wieder die Motivation mit Schü­lern zu leistungsorientierten Ergebnissen zu kommen, die wirklich ihrer Leistungsfä­higkeit entsprechen. Ein Mittelschullehrer kann wieder die wirklichen Grenzen einer Mittelschulausbildung ausloten, und die sind heute bei weitem noch nicht erreicht. Der Handwerksmeister bekommt wieder Bewerbungsunterlagen auf den Tisch, die die Bezeichnung Haupt- oder Mittelschulabschluss auch verdienen und deren Bewerber eine Chance haben, den Beruf so zu erlernen, dass man auf das Ausbildungsergebnis stolz sein kann und sich nicht mit Leuten auseinandersetzen muss, die Italien für die Hauptstadt von Frankreich halten und nicht wissen, wie viel Gramm ein Kilo hat. Wollen Sie von so jemandem ein Haus gebaut bekommen?

Das Bildungswesen braucht Regeln, die die Zulassung zur nächsten Bildungsstufe tatsächlich regeln – deshalb heißen sie so.

Bei einem Fußballspiel gibt es die Regel, dass max. 22 Spieler auf dem Feld sein dürfen. Und weil sich jeder an diese Regel hält, können die Schiedsrichter das Spiel unter Kontrolle halten und die eingesetz­ten Hilfsmittel, wie Tore und Bälle, sind wohl ausgewogen vorhanden. Stellen Sie sich vor, hier wollten auf einmal mit jedem Spiel immer mehr Personen mit eigenem Ball mitspielen, weil man da ja so gut verdient. Dann sänke erstens das Niveau noch weiter, und zweitens sähe es auf dem Spielfeld so aus, wie an deutschen Universitäten. Ein Spiel wäre nicht möglich und an den Universitäten können Studenten schon nicht mehr sitzen, weil zu viele Studenten da sind, die in der oberen Liga mitspielen wollen.

Richtig – wollen, nicht können. „Wieso nicht können? Die können doch, sonst täten sie es nicht! Die schreiben doch immer Klausuren im Schnitt! Und der Nachbarssohn ist doch auch …“ – eben.

Wir diskutieren darüber, dass die Universi­täten und Gymnasien die Massen nicht aufnehmen können, anstatt die Massen zu reduzieren und damit nahezu alle Prob­leme von Finanzierung, über Raum bis hin zu Eliteuniversitäten auf einen Schlag zu minimieren.
Es könnte alleine mit einem einheitlichen Aufnahmetests für das Gymnasium gelin­gen, der ausnahmsweise, als erkennbarer Lebensabschnitt, nicht vorher bekannt ist und der sowohl Lehrer als auch Schüler im Vorhinein zwingt, an die Grenze der Leistungsfähigkeit zu gehen. Denn tut man das dann nicht, besteht die reale Gefahr, das Gymnasium nicht besuchen zu können. Dann hat man Druck – den dann nicht die Lehrer ausüben müssen, sondern die Familien, denn dort ge­hört er wieder hin. Dann bringt man viel­leicht den Kindern wieder zu Hause bei, dass Paris die Hauptstadt von Frankreich ist. Dann hat die Familie vielleicht wieder ein Interesse, dem Kind die Schmach des Scheiterns zu ersparen und motiviert es zu einem hervorragenden Mittelschul- oder Hauptschulabschluss, der dann allemal besser ist als ein Versagen im Abitur oder erst im Studium.

Und wenn wir uns dann bei dem Einen oder dem Anderen in der Auswahl getäuscht haben, wird der Eine eben auf dem Gymnasium versagen und alsbald zurückgestuft und der Andere, der mehr kann, wird sich auf Dauer trotzdem behaupten – das ist schon tausendfach so geschehen.
Wir sollten nicht Angst haben, einem Ein­zelnen Unrecht zu tun und damit in der Konsequenz die ganze Republik in die Mittelmäßigkeit führen. An der Basis müs­sen schmerzliche Entscheidungen getrof­fen werden und zwar von den Schulen – damit die Eltern verstehen, was sie tun müssen und damit das Bildungswesen wieder eine Chance hat.