Der Master-Bestatter

Die europäische Bestatter-Innung möge mir bitte die Frage verzeihen.

Seid Ihr noch ganz dicht ??

Da lese ich doch in der Tagespresse, daß es jetzt einen Master-Studiengang für Bestatter gibt! Einen Master-Studiengang !  Das ist nach alter Lesart ein Dipl.-Ing. für’s Loch machen und Zuschippen!

Zugegeben, Ihr beratet auch noch in Sachen Feuer oder Erde und Kiefer oder Mahagoni und Seiden- oder Leinenkissen und dergleichen. Das macht ein Raumausstatter aber auch.

Wir sind uns darin einig, daß ein teurer Mahagonisarg dem Toten sicher länger gute Dienste bereitet, als so ein billiger Kieferdreck – vor allem, wenn man ihn gleich anschließend verbrennt. (soll ein kleiner Scherz sein) :-)
Könnt Ihr mir bitte sagen, was man für derartige Aufgaben studieren soll?

Wieso genügt da nicht mehr die Schreinerausbildung und die gelegentliche Begleitung des Meisters bei seinen einträglichen Bestattungsaufträgen? Das ging doch über Jahrhunderte gut! Ach so, ja, stimmt, die Särge und Urnen werden ja inzwischen zugekauft und kaum noch in der eigenen Werkstatt gefertigt. Aber das heißt doch eigentlich, daß der Bestatter der Gegenwart und Zukunft noch nicht einmal mehr ein Schreiner sein muß – oder ?
Sind denn die europäischen Gruben der Neuzeit anspruchsvoller als die der Vorzeit ?
Ist eine abgeschlossene Lehre nichts mehr wert ? Muß man heute alles studieren um etwas wert zu sein ?
Und dann noch die Entscheidung, daß diese „Studenten“ einen sechswöchigen Studienaufenthalt im Ausland absolvieren müssen – Glückwunsch!! Da lernt der junge Mensch dann in Spanien, wie so eine obererdige Bestattung funktioniert, die er bei uns gar nicht braucht – klasse!
Da stehste machtlos daneben und lachst dich tot. Oh, na dann wären wir ja wenigstens beim Thema.
Wann kommt der Bachelor-Studiengang im Speiseeis-Anrühren und der anschließende Master-Studiengang im Eisbecher-hübsch-Anrichten ?

Maschinenbauer, Mathematiker, Biologen, Chemiker, Raumfahrttechniker dieses Europa, wehrt Euch doch endlich gegen die derartige Verwässerung des Begriffes Studium. Ihr seid nichts mehr wert, wenn diesem Schwachsinn kein Einhalt geboten wird. Und Ihr, liebe Handwerker, entwickelt endlich wieder eine Berufsehre, die all diesen sogenannten Studenten klar macht, daß ein ordentlicher Lehrberuf allemal gleichwertig ist und keine derartig schwachsinnige begriffliche „Aufwertung“ benötigt.

2 Gedanken zu „Der Master-Bestatter

  1. Kurt

    Tja, der Wahnsinn gallopiert und greift um sich. Macht mit, sonst werdet Ihr niedergemacht. Steht morgens auf und ueberlegt, wie man die Welt veraendern koennte – immer mit Blick auf den eigenen Nutzen.

    Ein beliebtes Spielfeld der Kreativitaet bleibt leider nur den jeweils Regierenden vorbehalten. So hat sich Spanien als Musterschueler Deutschlands nun ueberlegt, die Sonne zu besteuern. Da die Sonne aber nicht zahlt, muessen das die Sonnennutzer tun. Was bisher belohnt wurde – naemlich die Nutzung sauberer Energie durch private Initiative, also Investition durch Installation von Photovoltaik-Anlagen auf dem eigenen Hausdach, wird nun besteuert. Hae?? Gerade noch hat der Staat gesagt: „Wenn Du saubere Energie erzeugst, dann zahlen wir Dir pro KW etwas“. Jetzt kamen aber viele auf die Idee, Ihren erzeugten Strom in das eigene Hausnetz einzuspeisen. Das ist legal und gewollt. Doch Vorsicht ! Die seither bezuschusste KW-Stunde eigener Energie wurde ja vom Staat – also vom Steuerzahler, aufgebracht. Die Energiekonzerne hatten damit nichts zu tun. Und da das Firmenlogo der Konzerne die geoeffnete Hand und der Wahlspruch „Gewinnmaximierung bei geringerer Produktion und hoeheren Preisen“ ist, haben die mitgespielt. Jetzt kommt aber einer der Gehirnakrobaten daruf, dass es nicht sein kann, dass z.Bsp. ENDESA zwar „weniger produziert aber dafuer auch nichts kriegt“ !, muss man jetzt fuer die Energie zahlen, die die Sonne liefert (seit Milliarden Jahren). Wohlgemerkt „nur der private Erzeuger“ – nicht die Energiekonzerne.

    So ein Scheiss kommt doch nicht von der Regierung direkt sondern von den Konzernen ueber deren Lobbyisten. Das Ganze steht unter dem Motto „Strafzahlung durch entgangene Gewinne der Konzerne“.

    Na dann wartet mal, bis einer darauf kommt, dass Euer Rechner oder das Mobiltelefon eine Photozelle hat. Viele Werbetafeln oder Leuchten im Garten speichern den tagsueber erzeugten Strom. Haeuser – speziell in Spanien – auf dem Land sind gar nicht an das Stromnetz angeschlossen und erzeugen Ihren Strom selbst – frueher mit Generatoren, heute mit Photovoltaik.

    PS: ich habe gerade gehoehrt, dass der erste Tomatenanbauer zahlen soll, weil seine Tomatenpflanzen die Photosynthese fuers Wachstum nutzen !!!

    Stumpfsinn, Stumpfsinn Du meine Freude.

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    1. Volker Loesch Artikelautor

      Hallo Kurt,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, genau so ist es. Das „Liebste Deutschland!….“ hat es auch fertig gebracht, die Privatinitiativen (natürlich auf Druck der Energieriesen) zu diskreditieren, die Förderung so zurückzufahren, daß es für den Privaten nicht mehr interessant ist und somit Zeit und Raum für die Energieriesen zu schaffen. Jetzt stellen die sich hin und machen mit Riesenkampagnen auf ihre Windparks aufmerksam, die sie natürlich im Interesse und zum Wohle der Bürger gebaut haben. Das war allen vorher klar. Nur nicht den Herren Politikern – oder haben deren gefüllte Taschen zu sehr aufs Hirn gedrückt ??
      Volker

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